Hürden in einer agilen Transformation erkennen

Zwischen „Wollen“ und „Handeln“ befinden sich eine Menge Hürden, die es zu überwinden gilt. Von einem Punkt zum anderen zu gelangen, ist daher häufig schwierig. Damit sich jedoch tatsächlich etwas bewegt, ist es unumgänglich, sich dieser Hürden bewusst zu werden – auch oder vor allem bei einer agilen Transformation.

Damit Ängste nicht die agile Transformation verhindern

Eine der Hürden ist Angst. Sollen sich bekannte Strukturen ändern, sind es oftmals Ängste, die Menschen dazu bringen, sich quer zu stellen oder schlicht nicht aktiv mitmachen zu wollen. Beispielsweise die Führungskraft, die sich fragt, welchen Nutzen sie in der Zukunft noch haben wird oder was passieren wird, wenn sie Kontrolle abgibt.

Solche Ängste müssen während einer agilen Transformation beachtet werden, damit nicht unüberwindbare Hürden entstehen. Dafür gibt es folgende Möglichkeiten: Ängste ernst nehmen, aktiv an Lösungsstrategien arbeiten und durch Wissensvermittlung Transparenz schaffen. Denn: Je klarer die Zukunftsvision wird, desto weniger Platz bleibt fürs Ungewisse.

Agile Coaching und die Macht der Gewohnheit

Auch Gewohnheiten können zur Hürde werden, denn sie führen uns auf einen schmalen Grat zwischen Sinn und Unsinn. Gewohnheiten entstehen, weil unser Gehirn konstant daran arbeitet, möglichst viel so einzuordnen und abzuspeichern, dass es sich in der Zukunft nicht wieder neu in der gleichen Intensität damit beschäftigen muss. So arbeitet es stetig daran, Routinen in Gewohnheiten zu verwandeln. Und sobald eine Gewohnheit entstanden ist, hört das Gehirn auf, sich aktiv an einer Entscheidung zu dieser Gewohnheit zu beteiligen. Es schaltet quasi auf Autopilot. Nur so kann es effizient arbeiten.*

Das ist in den allermeisten Fällen gut und sinnvoll. Beispielsweise ist es sinnvoll, dass wir uns nicht bei jedem Schritt des Gehens aktiv dazu entscheiden müssen, den nächsten Fuß jetzt vor den anderen zu setzen. Unsinnig wird es jedoch dann, wenn eine Gewohnheit unbemerkt veraltet oder nicht mehr förderlich ist und so verhindert, dass sich etwas verändert.

Da jedoch der Kern der Agilität Anpassungsfähigkeit durch Veränderung und Weiterentwicklung ist, wird es besonders hier für alle Beteiligten wichtig, regelmäßig das eigene Handeln zu reflektieren, gegebenenfalls aktiv daran zu arbeiten, eine Gewohnheit zu verändern und sich immer wieder für neue Impulse zu öffnen.

Eine Möglichkeit, das Gewohnte des eigenen Arbeitsumfeldes durch neue Impulse und Erkenntnisse zu erweitern, bietet Feedback von Außenstehenden einzuholen. Eine weitere ist, sich konstant fachlich weiterzuentwicklen und bewusst Schulungen oder Ausbildungen zu absolvieren, in denen das eigene Wissen oder Vorgehen hinterfragt und überprüft werden kann.

*Duhigg, 2012. Die Macht der Gewohnheit

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