So funktioniert Remote Pairing

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Plus/Minus 8 Monate Homeoffice haben viele jetzt hinter sich. Sie und Ihr Team vielleicht auch. Und vermutlich haben Sie gemerkt: Virtuell zusammenzuarbeiten bedeutet, an der Kommunikation im Team zu arbeiten und das Problem mit der Asynchronität in den Griff zu bekommen. Denn was die Kolleg*innen machen, bekommt man selbst nicht unbedingt gut mit und so passiert es schnell, dass Dinge länger dauern oder das Team unbemerkt in verschiedene Richtungen läuft.

Wenn Sie und Ihr Team sich Zeit nehmen, es richtig umzusetzen, ist Pairing eine Möglichkeit, den Herausforderung der virtuellen Zusammenarbeit entgegenzuwirken – auch remote.

Was ist Pairing?

Pair Programming (oder auch Tandem-Programmierung) ist eine Technik aus dem eXtreme Programming (XP), die ursprünglich in der Softwareentwicklung genutzt wurde: Zwei Entwickler*innen arbeiten an einem Rechner an einer Aufgabe. In der Regel schreibt eine Person dabei den Code, während die andere Person ein zweites Paar Augen auf den Code und die Idee dahinter wirft und über Verbesserungen nachdenkt. Beim Pairing gibt es jedoch keine festen Aufgabenbereiche, wer aktiv arbeitet und wer beobachtet kann zu jeder Zeit gewechselt werden. 

Losgelöst vom Programmieren und der IT-Szene bedeutet das: Pairing ist eine Technik, bei der zwei Menschen zeitgleich und gleichberechtigt an einer Aufgabe zusammenarbeiten. Es gibt keine festen Aufgabenbereiche und alle Teammitglieder*innen kennen alle Teile des Projekts.

Arbeitet ein Team oder Teile eines Teams in Tandems, passieren weniger Fehler, die Arbeitsergebnisse sind schlanker und besser und die beteiligten Personen arbeiten disziplinierter und mit mehr Spaß. Gute Gründe also, Pairing in den Arbeitsalltag zu integrieren.

Mit Remote Pairing bessere Ergebnisse erzielen

Virtuell in Tandems zu arbeiten kann genauso gut funktionieren wie vor Ort, bedarf jedoch ein paar Vorkehrungen. Wie bei allen Remote-Tätigkeiten, ist Kommunikation und Aufmerksamkeit besonders wichtig. Sitzt man alleine vor dem Rechner, ist die Wahrscheinlichkeit, abgelenkt zu werden hoch. Hier ist Selbstdisziplin gefragt.

Zudem hat nicht jede*r zuhause alle Voraussetzungen für eine optimale Arbeitssituation. Klären Sie daher im Vorfeld was Sie beeinflussen könnte und sorgen für ein gutes technisches Setup (inklusive Webcam und Headset), einen organisierten Arbeitsplatz und Ruhe.

Eine weitere Grundlage für erfolgreiches Pairing ist der Rahmen. Vereinbaren Sie einen Termin und legen auch fest, wie lange Sie an dem Datum zusammen arbeiten wollen. Vielleicht wollen Sie zu Beginn erst einmal mit kürzeren Zeiten arbeiten und schauen, wie Sie mit den neuen Herausforderungen zurecht kommen. Und damit Sie nicht die Zeit vergessen und dann irgendwann alle Energie verbraucht haben: Planen Sie Pausen ein.

Geeignete Tools nutzen

Sie benötigen ein Screen Sharing Tool, also ein Tool, welches es Ihnen ermöglicht, den Bildschirm zu teilen. So können Sie live sehen, was die andere Person gerade macht und umgekehrt. Wir nutzen Zoom als Plattform für unser Pairing und sind damit sehr zufrieden. Probieren Sie einfach verschiedene Tools aus und nutzen Sie dann das, was Ihnen am ehesten liegt. Sowohl Slack, Skype, Google Meet oder auch Microsoft Teams sind Alternativen.

Abhängig davon, woran Sie arbeiten wollen, kann Ihnen zudem noch ein gemeinsames Arbeitstool helfen. Beispielsweise zum zeitgleichen Arbeiten an einem Dokument. So könnten beide den aktuellen Stand ohne Versatz sehen und verändern. Wir dokumentieren unsere Arbeitsergebnisse beispielsweise mit Atlassian Confluence.

Um die Vorteile des Remote Pairings tatsächlich zu erhalten, ist es unabdingbar, dass beide Personen jeder Zeit direkt in das Geschehen eingreifen können.

Pairing Praktiken

Wie genau das Pairing dann aussieht, richtet sich selbstverständlich nach der zu bewältigenden Aufgabe. Hier ein paar Anregungen, die für uns gut funktionieren:

Eine Person schreibt: Wenn wir beispielsweise Online-Schulungen vorbereiten, spielen wir Trainingssituationen im Pairing nach. Die Trainerin erzählt den Inhalt so, wie sie es auch den Teilnehmer*innen erzählen würde und die andere Person schreibt den Inhalt mit und gibt direkt Feedback. Anschließend gehen beide noch einmal gemeinsam über das Konzipierte und verbessern, ergänzen und verfeinern.

Eine Person fragt: Folgendes Szenario: Eine Person hat eine Idee – beispielsweise für ein neues Angebot – und erzählt der anderen Person davon. Diese kann durch gezieltes Fragen Unklarheiten, Unbedachtes oder Unlogisches aufdecken, sodass dann beide gemeinsam eine bessere Lösung finden können.

Eine Person testet: Manchmal ergibt es Sinn, dass ein Test – beispielsweise einer Landingpage – im Pairing passiert. So kann die Person die testet, die eigenen Gedanken und Anmerkungen direkt mitteilen und die andere Person kann die Änderungswünsche direkt verarbeiten oder Nachfragen direkt stellen.

Zwei Personen arbeiten parallel: Genau so gut ist es möglich, dass sich beide Personen absprechen, wer jetzt welche Aufgabe eigenständig bearbeitet und so eine Weile still vor sich hin gearbeitet wird. Dann werden die Arbeitsergebnisse gegenseitig begutachtet und getestet. Wichtig hierbei ist jedoch, dass die bearbeiteten Einzelteile beide zum Gesamtziel führen. 

Und bei Problemen?

Ein gutes Remote Pairing wird von vielen Faktoren beeinflusst. Das kann die Internetverbindung sein, die Kinder oder Haustiere, das Betriebssystem oder die Persönlichkeit. Sollte etwas einmal nicht so gut funktioniert haben oder Sie oder Ihr*e Partner*in unzufrieden sein, reflektieren Sie das, was passiert ist, sprechen Sie darüber und finden Sie dann eine Lösung oder einen Vorschlag für eine Verbesserung.

Behalten Sie im Hinterkopf, dass nonverbale Konversation über Videochat nur eingeschränkt möglich ist und es daher umso wichtiger ist, offen, konstruktiv und empathisch dem*der anderen gegenüberzutreten. Achten und respektieren Sie sowohl die eigenen, als auch die Bedürfnisse Ihres Gegenübers. So können Sie am ehesten zusammen Spaß beim Arbeiten haben und gute Ergebnisse erzielen.

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Veraenderungskraft Corona-Infos

Aufgrund der aktuellen Entwicklung der Corona-Infektionszahlen haben wir uns zum Wohle aller dafür entschieden, alle unsere Schulungen bis auf Weiteres online durchzuführen.

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